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Witness Lee
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Witness Lee (æćžžć, Pinyin LÇ ChĂĄngshĂČu) (* 1905 in Yantai, Provinz Shandong, China; â 9. Juni 1997 Anaheim, Kalifornien, Vereinigte Staaten) war ein protestantischer Prediger aus China. Er gehört mit zu den GrĂŒndern des Verlags Living Stream Ministry.
Lee wurde in einer baptistischen Familie geboren und hatte 1925 bei einer Predigt von Peace Dang Wang ein Wiedergeburtserlebnis. SpĂ€ter schloss er sich Watchman Nee an und wurde zu dessen engstem Mitarbeiter.cite-ref-sd-1-0[1] Lee betont in seiner Theologie einer âWiedererlangung des Herrnâcite-ref-ron-2-0[2] die subjektive Erfahrung der GlĂ€ubigen, dass sie Christus als ihr Leben genieĂen sollen, damit die Gemeinde nicht als Organisation, sondern als Leib, als âOrganismusâ ins Dasein kommt, der Christus zum Ausdruck bringt.cite-ref-mbbwl-3-0[3]cite-ref-4[4]cite-ref-5[5]
Contents
âą Leben
âą Anfangsjahre
âą Dienst in Taiwan
âą Im Westen
âą Tod
âą Lehren
âą Gott
âą Christus
âą Der Geist Gottes
âą Errettung
âą Leben
⹠Die GlÀubigen
âą Die Gemeinde
âą Werke
âą Radiosendungen
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Leben
Anfangsjahre
Witness Lees GroĂvater mĂŒtterlicherseits war Baptist. Daher besuchte Lees Mutter die amerikanische Baptisten-Missionsschule und wurde als Teenager um 1885 in der Baptistengemeinde getauft. Damit sie ihren Kindern eine gute Ausbildung in Chinesisch und Englisch bezahlen konnte, verkaufte sie ihre Erbschaft. Lees Vater war Bauer und starb 1923.cite-ref-mbbwl-3-1[3]cite-ref-6[6]
Lee besuchte die baptistische chinesische Grundschule und danach die englische Missionshochschule, die von amerikanischen Presbyterianern geleitet wurde. Obwohl er zur Sonntagsschule und zum Gottesdienst der Baptisten ging, wurde er nicht getauft. FĂŒnf Jahre spĂ€ter besuchte er keine Gottesdienste mehr.
Erst als Lees zweite Schwester sich bekehrte, war Lee wieder offen fĂŒr Gemeinschaft, denn seine Schwester betete fĂŒr ihn und stellte ihm den Pfarrer einer unabhĂ€ngigen chinesischen Gemeinde vor, der Lee oft besuchte und ihn zu seinen Gottesdiensten einlud. Es dauerte jedoch noch bis zum zweiten Tag des chinesischen Neujahrsfestes 1925, bis Lee sich entschloss, einen Gottesdienst dieser Gemeinde zu besuchen. Nach ungefĂ€hr zweieinhalb Monaten wurde er durch Besprengung Mitglied der Gemeinde, war aber nach eigenen Angaben immer noch nicht âwiedergeborenâ. Als im April 1925 die Schwester Peace Wang predigte, hatte er nach eigenen Aussagen ein Offenbarungserlebnis und weihte sich fĂŒr den Rest seines Lebens âals Leibeigener dem Herrnâ.cite-ref-sdrpa-7-0[7]
WĂ€hrend der BeschĂ€ftigung mit den BĂŒchern von Watchman Nee entwickelte Lee die Lehre, dass die Existenz von Denominationen nicht im Sinne Gottes sei. 1927 wurde er zum Mitglied des Vorstandes seiner Gemeinde gewĂ€hlt, aber er nahm dieses Amt nicht an und verlieĂ die Denomination. Er suchte Gemeinschaft mit einem Zweig der BrĂŒderbewegung, der sich nur in kleinen Gemeinschaften, nicht aber in groĂen Gruppierungen traf. Lee besuchte die BrĂŒderversammlungen siebeneinhalb Jahre und wurde 1930 vom örtlichen Leiter, einem Herrn Burnet, durch Untertauchen im Meer getauft.cite-ref-mbbwl-3-2[3]
Beginn des Dienstes
Nicht lange nach seiner Bekehrung studierte Lee die BĂŒcher verschiedener christlicher Lehrer und stieĂ dabei auf die Zeitschriften Der Morgenstern und Der Christ von Watchman Nee. Lee schrieb ihm und sie begannen sich ĂŒber ihre Ăberzeugungen und ihre Bibelexegese auszutauschen. 1932 trafen sie sich schlieĂlich in Tschifu (Yantai), wo Lee in der chinesischen unabhĂ€ngigen Gemeinde predigte. In dieser Zeit Ă€nderte sich Lees Gottes- und Bibelbild. Einige örtliche Christen begannen sich nach Nees Besuch mit Lee im Haus seiner Mutter als âdie Gemeinde in Tschifuâ zu versammeln. Da die Gemeinde wuchs, mieteten sie schlieĂlich einen Versammlungsraum.
In dieser Zeit entschloss sich Lee, nach eigenen Angaben auf Grund von Gotteserfahrungen, seine Arbeit aufzugeben und nur noch als Geistlicher zu arbeiten. Bei dieser Entscheidung wurde er entscheidend von Watchman Nee bestĂ€rkt, der ihm am 17. August schrieb, er fĂŒhle, dass Lee âkĂŒnftig dem Herrn vollzeitig dienenâ solle.cite-ref-sdrpa-7-1[7]
In den folgenden Jahren arbeiteten beide zusammen, bis Lee schlieĂlich die Aufgaben von Nee komplett ĂŒbernahm, da dieser nach und nach ausschied.cite-ref-mbbwl-3-3[3]
Zusammenarbeit mit Watchman Nee
1934 zog Lee mit seiner Familie nach Shanghai und Nee ĂŒbergab ihm die Verantwortung fĂŒr die Veröffentlichungen. Lee wurde als Herausgeber der Zeitschrift Der Christ eingesetzt. Zudem begann er innerhalb Chinas herumzureisen, zu predigen und örtliche Gemeinden zu grĂŒnden, vor allem in der Provinz Zhejiang. Ende 1935 bis Sommer 1937 grĂŒndete er Gemeinden in Peking und Tientsin und reiste zu den nordwestlichen Provinzen Suiyuan, Shanshi und Shensi.
Da die Japaner einmarschierten, kehrte Lee im November 1937 nach Tschifu zurĂŒck und kĂŒmmerte sich vor allem um die Gemeinde in Tschifu und Tsingtau, wobei er dem Dienst von Watchman Nee genau folgte. Ende 1942 war die Gemeinde in Tschifu zu bedeutender GröĂe angewachsen. Da Lee versuchte, auch auĂerhalb Tsingtaus zu missionieren, wurde er unter dem Verdacht der Spionage von den japanischen Besatzern gefangen genommen und einen Monat lang verhört. Dies schwĂ€chte seine Gesundheit nachhaltig. Nach seiner Freilassung erkrankte er an Tuberkulose. Um zu genesen, zog er 1944 nach Qingdao und blieb dort zwei Jahre.cite-ref-ak-8-0[8]
Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm Lee die Arbeit in China wieder auf und konzentrierte sich vor allem auf Shanghai und Nanking. Hier wurden ab 1947 auch Gemeinden gegrĂŒndet. Im Dezember desselben Jahres besuchte Lee zusammen mit anderen Mitarbeitern viele Gemeinden in den sĂŒdlichen Provinzen wie Hongkong, Kanton, Swatow und Amoy und versuchte sie in die von ihm geleitete Gemeinschaft einzugliedern und sie von seiner Sicht des Christentums zu ĂŒberzeugen.cite-ref-ak-8-1[8]cite-ref-bl-9-0[9]
Bei einem Besuch in Fuzhou besuchte er auch Nee, der zu diesem Zeitpunkt fĂŒr sechs Jahre aus der Missions- und Gemeindearbeit ausgeschieden war, unter anderem wegen MissverstĂ€ndnissen mit Lee. Nachdem sie sich geeinigt hatten, arbeiteten sie wieder gemeinsam weiter. Ihre erste gemeinsame Reise fĂŒhrte sie nach Shanghai, wo sie Gemeinden grĂŒndeten.cite-ref-ak-8-2[8]cite-ref-bl-9-1[9]
Aufgrund der verÀnderten politischen Situation unter Mao Zedong floh Lee nach Taiwan und veröffentlichte von dort weiterhin die Schriften der Glaubensgemeinschaft.cite-ref-ak-8-3[8]cite-ref-bl-9-2[9]cite-ref-10[10]
Das letzte Treffen von Nee und Lee fand 1950 in Hongkong statt, wo sie gemeinsam wirkten und eine Gemeinde grĂŒndeten.cite-ref-ak-8-4[8]cite-ref-chruchhistory84-11-0[11] Von nun an war Lee nur noch fĂŒr die Arbeit auĂerhalb Chinas zustĂ€ndig, zu dieser Zeit vor allem in Hongkong und Taiwan. In China selbst ĂŒbernahmen andere die Arbeit.cite-ref-mbbwl-3-4[3]
Dienst in Taiwan
In Taiwan grĂŒndete Lee einige Gemeinden und war ansonsten vor allem verlegerisch tĂ€tig. Er begann BĂŒcher im Verlag Taiwan Gospel Book Room zu veröffentlichen, von nun an offizieller Verlag der Gemeinden auĂerhalb Chinas. AuĂerdem veröffentlichte er zwischen 1950 und 1986 415 Ausgaben der Zeitschrift "The Ministry of the Word".cite-ref-mbbwl-3-5[3]
Anfang 1950 reiste Lee auf die Philippinen und blieb dort 3â4 Monate, um Gemeinden zu grĂŒnden. Durch seinen Dienst entstanden dort ĂŒber 100 Gemeinden.
Im Westen
Lees Wirken in Europa begann durch eine Einladung, von April bis Oktober 1958 Trainings und Konferenzen in London und Kopenhagen abzuhalten. Zwischen 1958 und 1961 besuchte Lee dreimal die USA. 1962 hielt er seine erste Konferenz auf Englisch in Los Angeles. Die VortrÀge wurden in einem Buch namens The All-Inclusive Christ veröffentlicht. In den darauf folgenden Jahren wurde er von vielen Christengruppen in den USA eingeladen, zu ihnen zu sprechen.
WĂ€hrend der 1960er Jahre hielt Lee eine Anzahl kĂŒrzere Konferenzen und lĂ€ngere informelle Trainings in Los Angeles und in anderen StĂ€dten der USA. Seine VortrĂ€ge wurden in einer kleinen Zeitschrift namens The Stream veröffentlicht. 1965 grĂŒndete Lee den Verlag The Stream, spĂ€ter Living Stream Ministry (Dienst im Lebensstrom).
1974 zog Lee nach Anaheim, Kalifornien, wo er zweimal pro Jahr internationale 10-Tages-Trainings hielt. Gleichzeitig begann er wöchentliche Versammlungen in SĂŒdkalifornien zu halten. Er nutzte diese Zeit, um jedes biblische Buch einzeln auszulegen, beginnend mit dem Römerbrief (Dezember 1974) und dem 1. Buch Mose (1974â1978). Die Studien zum Neuen Testament waren im Dezember 1984 mit der Apostelgeschichte abgeschlossen, die Studien zum Alten Testament wurden im Dezember 1994 mit den BĂŒchern SprĂŒche, Prediger und Hoheslied vollendet. WĂ€hrend dieser Zeit schrieb Lee ausfĂŒhrliche Gliederungen, FuĂnoten und Querverweise zu allen BĂŒchern des Neuen Testaments. Sie erschienen zusammen mit einer Ăbersetzung des NT, der âWiedererlangungsversionâ, 1987 auf Chinesisch und 1991 auf Englisch.
Lee reiste in diesen Jahren ausgiebig umher. In den 60er und 70er Jahren besuchte er viele Orte in den USA und Kanada sowie in Taiwan, auf den Philippinen, in Hongkong, Singapur, Indonesien, Malaysia, Thailand und Japan. Er besuchte auch SĂŒdamerika, Australien, Neuseeland, SĂŒdkorea, Europa und Israel.
1976 wurde in Anaheim eine Versammlungshalle gebaut, die zugleich als Konferenzzentrum und BĂŒro des Living Stream Ministry dienen sollte. 1981/82 entstand ein zweites Konferenz- und Verlagszentrum in Irving (Texas). Die beiden GebĂ€ude ermöglichten es Lee, ohne Unterbrechung seine Trainings zu halten und an seinen Veröffentlichungen zu arbeiten.cite-ref-mbbwl-3-6[3]
âDer von Gott verordnete Wegâ
Mitte der 80er Jahre stellte Lee bei der Beobachtung der Mission in Taiwan fest, dass diese nicht in der gewĂŒnschten Geschwindigkeit erfolgte, und begann eine Umstrukturierung der Gemeinden: Statt groĂer Versammlungen sollten von nun an kleine Versammlungen in den HĂ€usern der GlĂ€ubigen abgehalten werden.cite-ref-13[13] Das Ergebnis seiner Arbeit war der sogenannte âneue Wegâ oder âder von Gott verordnete Wegâ,cite-ref-14[14] der seiner Ansicht nach aus vier Hauptschritten besteht.cite-ref-15[15]
Der âHohe Gipfelâ
Im Februar 1994 begann Lee ĂŒber das zu sprechen, was er âden hohen Gipfel der göttlichen Offenbarungâ nannte. Dabei ging es, wie er es nannte, um Gottes Ăkonomie, die darin bestehe, die GlĂ€ubigen im Leben und in der Natur zu Gott zu machen, aber nicht in der Gottheit. Andere Hauptthemen waren âdas Neue Jerusalem, die vollstĂ€ndige Errettung Gottes mit den gerichtlichen und organischen Aspekten, der vollstĂ€ndige Dienst Christi in seinen drei göttlichen und mystischen Stadien und die Einverleibung der GlĂ€ubigen in den vollendeten Dreieinen Gott.â (Lee verwendete das Wort âEinverleibungâ in dem Sinn, dass Personen ineinander wohnen.cite-ref-incorp-16-0[16]) Er begann eine Serie von Bibelauslegungen, die er âKristallisationsstudium der BĂŒcher der Bibelâ nannte, von denen er bis zu seinem Tod aber nur Jakobus, Hohelied, Johannes und Römer vollendete.cite-ref-mbbwl-3-7[3]
Tod
WĂ€hrend des âHohen Gipfelsâ seines Dienstes im Jahr 1994 bekam Lee Prostatakrebs. Im Februar 1997 hielt er seine letzte Konferenz ab. Am 30. Mai 1997 musste er ins Krankenhaus, weil sein Krebs Komplikationen verursachte. Am Montag, dem 9. Juni 1997, starb Witness Lee um 9.30 Uhr. Sein letztes Wort soll âOpferâ gewesen sein.cite-ref-mbbwl-3-8[3]
Lehren
Gott
1. Nach Lee ist Gott in der Essenz oder Substanz einer, in der Hypostase oder den Personen dagegen unterscheidbar drei. Die drei der Dreieinigkeit â Vater, Sohn und Geist â seien ewig unterscheidbar, aber sie seien nie voneinander getrennt und handelten nie voneinander unabhĂ€ngig. So sei der dreieine Gott der Vater in Christus als der Geist, um fĂŒr die GlĂ€ubigen das Leben und die Lebensversorgung zu sein.cite-ref-17[17]cite-ref-18[18]cite-ref-19[19]cite-ref-20[20]
2. Der dreieine Gott sei âdurch einen Prozess gegangen und vollendet wordenâ. In seiner ewigen Existenz verĂ€ndere sich Gott nicht, aber er habe sich in seinem ökonomischen Vorangehen verĂ€ndert, in Christus, dem Prozess der Fleischwerdung, des menschlichen Lebenswandels, des Todes, der Auferstehung und Himmelfahrt, denn er sei als der Leben gebende Geist vollendet worden (1. Kor. 15,45; 2. Kor. 3,17), damit er in den GlĂ€ubigen wohnen könne.cite-ref-21[21]cite-ref-22[22]cite-ref-23[23]
3. Der durch einen Prozess gegangene und vollendete dreieine Gott teile sich in seine ErwĂ€hlten aus, um sie mit seinem göttlichen Leben wiederzugebĂ€ren (1. Pet. 1,3), entsprechend seiner göttlichen Natur umzuwandeln (Röm. 12,2; 2. Kor. 3,18) und schlieĂlich mit seiner göttlichen Herrlichkeit zu verherrlichen (Röm. 8,30), wobei er sie in Leben, Natur und Ausdruck sich selbst gleichmache.cite-ref-24[24]cite-ref-witness-lee-1986-25-0[25]cite-ref-26[26]
4. Bei Gottes neutestamentlicher Ăkonomie (1.Tim. 1,4), die Gottes Plan oder Weg sei, um seinen ewigen Vorsatz auszufĂŒhren, gehe es darum, sein eigenes Wesen in seine ErwĂ€hlten hinein auszuteilen (Eph. 3,8â11), um das Neue Jerusalem als die gegenseitige Wohnung des dreieinen Gottes und des dreiteiligen Menschen zu vollenden (Offb. 21,3.22), damit er fĂŒr ewig voll zum Ausdruck komme.cite-ref-27[27]cite-ref-28[28]cite-ref-29[29]
Christus
1. Der lebendige Christus stehe im Gegensatz zur toten Religion.
2. Als das Haupt des Leibes (Kol. 1,18) sei Christus nicht nur der FĂŒhrer und das Vorbild fĂŒr die Gemeinde, sondern an sich die Person der Gemeinde selbst, wobei der ganze Leib durch diese Person ins Dasein komme, lebe und wirke (Eph. 4,16; Kol. 2,19).
3. Christus fĂŒhre seinen Dienst in drei Stadien aus, nĂ€mlich in seiner Fleischwerdung, seiner EinschlieĂung und seiner Intensivierung, wodurch Gott seine ewige Ăkonomie ausfĂŒhre, die sein Herzenswunsch sei. Im Stadium seiner Fleischwerdung habe Christus Gott in den Menschen hineingebracht, Gott in der Menschlichkeit zum Ausdruck gebracht und die gerichtliche Erlösung der GlĂ€ubigen vollbracht, was fĂŒr diese die Vergebung ihrer SĂŒnden beinhalte (Kol. 1,14), ihre Rechtfertigung vor Gott (Röm. 4,25; 5,18), ihre Versöhnung mit Gott (Röm. 5,10) und ihre Heiligung der Stellung nach (Heb. 13,12).cite-ref-30[30]cite-ref-31[31] Im Stadium seiner EinschlieĂung sei Christus durch seine Auferstehung zum erstgeborenen Sohn Gottes geworden (Röm. 1,3â4; 8,29), zum allumfassenden, zusammengesetzten, Leben gebenden Geist (1. Kor. 15,45), und habe all seine GlĂ€ubigen zu vielen Söhnen Gottes wiedergeboren (1. Pet.1,3). Im Stadium seiner Intensivierung sei er als der Leben gebende Geist zu den sieben Geistern Gottes geworden (Offb. 1,4; 5,6), um dem Niedergang der Gemeinde entgegenzustehen, wodurch er seine organische Errettung intensiviert habe, nun die Ăberwinder hervorbringe und das Neue Jerusalem fĂŒr ewig vollende.cite-ref-32[32]cite-ref-33[33]cite-ref-34[34]cite-ref-35[35]cite-ref-36[36]
Der Geist Gottes
1. Christus sei zum Leben gebenden Geist geworden (1. Kor. 15,45), der die Wirklichkeit Christi in Auferstehung sei (Joh. 14,16â20).cite-ref-37[37]
2. Der Geist Gottes sei ewig einer (Eph. 4,4), aber im Zeitalter des Niedergangs der Gemeinde sei er in der Funktion und in seinem Wirken âsiebenfachâ intensiviert (Off. 4,5), was zur Vollendung der Ăkonomie Gottes notwendig sei.
3. Der Geist Gottes sei allumfassend, zusammengesetzt, Leben gebend, innewohnend, siebenfach intensiviert und die Vollendung des durch einen Prozess gegangenen dreieinen Gottes.cite-ref-38[38]
4. Die Erfahrung Christi als der Geist fĂŒhre die GlĂ€ubigen in den göttlichen und mystischen Bereich des vollendeten Geistes und des pneumatischen Christus hinein, wo sie genössen und erfĂŒhren, was der dreieine Gott sei. Heute diene Christus als der Leben gebende Geist den GlĂ€ubigen nicht nur mit Physischem (und auch nicht nur mit Geistlichem), sondern mit Göttlichem und Mystischem, und er bringe die GlĂ€ubigen in einen Bereich, der göttlich und mystisch sei.cite-ref-39[39]cite-ref-40[40]
Errettung
Der gerichtliche Aspekt der vollstĂ€ndigen Errettung Gottes sei durch Christi Tod am Kreuz fĂŒr Gottes gerichtliche Erlösung vollbracht worden, damit die GlĂ€ubigen vor Gott als solche stehen könnten, denen vergeben worden sei und die gewaschen, gerechtfertigt, mit Gott versöhnt und der Stellung nach vor Gott geheiligt seien. Sobald die GlĂ€ubigen gerichtlich erlöst und mit Gott versöhnt worden seien, genössen sie den organischen Aspekt der Errettung Gottes, die in Christi Leben ausgefĂŒhrt werde (Röm. 5,10), das den GlĂ€ubigen durch den Leben gebenden Geist verfĂŒgbar gemacht worden sei. In solch einer organischen Errettung wĂŒrden die GlĂ€ubigen wiedergeboren, geheiligt, erneuert, umgewandelt, dem Bild Christi gleichgestaltet und schlieĂlich verherrlicht, um das göttliche Leben, das sie durch die Wiedergeburt empfangen hĂ€tten, völlig zum Ausdruck zu bringen.cite-ref-41[41]cite-ref-42[42]cite-ref-43[43]cite-ref-44[44]cite-ref-45[45]cite-ref-46[46]
Leben
In der Definition des Lebens folgte Lee Watchman Nee und sagte, das Leben sei der dreieine Gott, der durch einen Prozess gegangen sei und sich nun in den dreiteiligen Menschen hinein austeile (1.Thes. 5,23; Röm. 8,10.6.11). Diese Austeilung wandle den Menschen in das herrliche Bild Christi um (2. Kor. 3,18), sodass der Mensch zum Ausdruck Gottes werde.cite-ref-47[47]
Lee stellte fest, dass die Bibel mit dem Baum des Lebens beginne (1. Mose 2,9) und mit dem Baum des Lebens ende (Offb. 22,2). Die Linie des Baumes des Lebens stehe im Gegensatz zur Linie des Baumes der Erkenntnis des Guten und Bösen.cite-ref-48[48] Lee betonte auch die Erfahrung und den Genuss Christi, indem dieser geistlich gesehen gegessen und getrunken werde (Joh. 6,54â58). Da Christus heute der Leben gebende Geist sei, könnten die GlĂ€ubigen ihn als ihr Leben und als ihre Lebensversorgung praktisch und wirklich genieĂen. Der beste Weg, den Herrn zu essen, sei es, sein Wort âbetend zu lesenâ (Beten-Lesen), d. h. das Wort Gottes durch das Gebet aufzunehmen (Eph. 6,17â18).cite-ref-49[49]cite-ref-50[50]cite-ref-51[51]cite-ref-52[52]cite-ref-53[53] Der einfachste Weg, Christus zu genieĂen, sei es, seinen Namen anzurufen, denn nach der Bibel könne niemand âJesus ist Herrâ sagen auĂer im Heiligen Geist (1. Kor. 12,3). Bereits im Alten Testament sei das Anrufen des Herrn praktiziert worden (1. Mose 4,26; 12,8; Jes. 12,3â4; Kl. 3,55), aber auch die neutestamentlichen Christen (Röm. 10,12â13; 1. Kor. 1,2) und Saulus von Tarsus hĂ€tten den Namen des Herrn angerufen, womit eine Person als Christ identifiziert werden konnte (Apg. 9,14.21). Zudem könnten die GlĂ€ubigen, weil Christus der Leben gebende Geist oder Pneuma (das Wort fĂŒr âAtemâ im Griechischen) sei, den Herrn einatmen. Eigentlich sei das Anrufen des Herrn ein Trinken (Jes. 12,3â4), aber auch ein Atmen (Kl. 3,55â56).cite-ref-54[54]cite-ref-55[55]
Die GlÀubigen
Zwischen dem wiedergeborenen Menschen und dem durch einen Prozess gegangenen dreieinen Gott bestehe eine organische Vereinigung (1. Kor. 6,17), ja die Beziehung mit dem dreieinen Gott sei noch mehr als nur eine Vereinigung, sie sei eine Vermengung des durch einen Prozess gegangenen dreieinen Gottes mit seinem erlösten Volk.cite-ref-56[56] In dieser Vermengung wĂŒrden Gottes IdentitĂ€t als Gott und die IdentitĂ€t des GlĂ€ubigen als Menschen deutlich beibehalten: âzu vermengen hat nicht den Verlust der IdentitĂ€t zur Folge.âcite-ref-57[57] In Lees Worten: âObwohl diese beiden Elemente [Göttlichkeit und Menschlichkeit] vermengt sind, bleibt die Essenz jedes Elementes in sich erhalten und es wird kein drittes Element produziert. Dies ist das richtige VerstĂ€ndnis von Vermengung.âcite-ref-58[58]
In Gottes Ăkonomie werde der Mensch zu Gott im Leben und in der Natur, aber nicht in der Gottheit. Da die GlĂ€ubigen von Gott gezeugt worden seien (Joh. 1,13; 1. Joh. 5,1), seien sie mit seinem göttlichen Leben Teilhaber seiner göttlichen Natur (2. Petr. 1,4) und wĂŒrden zu dem, was er in Leben, Natur, Ausdruck und Funktion sei.cite-ref-59[59]cite-ref-60[60]cite-ref-61[61]
Eine der wichtigsten Lehren Lees war die universale, göttlich-menschliche Einverleibung des vollendeten Gottes in die wiedergeborenen GlĂ€ubigen. Gott sei in seiner göttlichen Dreieinigkeit eine Einverleibung (Joh. 14,10â11), und das Ziel der Ăkonomie Gottes sei es, die wiedergeborenen, umgewandelten und verherrlichten AuserwĂ€hlten in eine Einverleibung mit dem dreieinen Gott zu bringen, wobei die GlĂ€ubigen und Gott fĂŒr ewig eins wĂŒrden (Joh. 14,20; 17,21.23). Dies nannte Lee den âhohen Gipfel der göttlichen Offenbarungâ. Lee bezog âEinverleibungâ auf Personen, die ineinander wohnen. Gott sei in seiner göttlichen Dreieinigkeit eine Einverleibung, indem die drei Personen der Dreieinigkeit gegenseitig ineinander wohnten und wie einer zusammenarbeiteten. Die drei der Dreieinigkeit seien eine Einverleibung in dem, was sie seien und was sie tĂ€ten (Joh. 14,10â11).cite-ref-incorp-16-1[16]cite-ref-62[62]
Die volle Erfahrung der organischen Errettung Gottes entspreche dem Herrschen in Christi Leben (Röm. 5,17). In diesem Zeitalter könnten die GlĂ€ubigen ĂŒber SĂŒnde und Tod herrschen, indem sie Christus als Leben völlig erfĂŒhren und genössen, und schlieĂlich wĂŒrden die GlĂ€ubigen im Neuen Jerusalem mit Gott zusammen fĂŒr ewig im Leben herrschen (Offb. 22,5).
Die Gemeinde
Die Gemeinde sei der Leib Christi (Eph. 1,22â23; Kol 1,24), ein Organismus (Joh. 15,1â8) und keine Organisation. Sie sei auch der neue Mensch, der sich aus den erlösten und wiedergeborenen GlĂ€ubigen der beiden Völker, Juden und Heiden, zusammensetze. Christus habe die beiden Völker, die frĂŒher von Natur aus Feinde gewesen seien, in seinem eigenen Leib durch das Kreuz versöhnt, Frieden zwischen ihnen geschaffen und sie zu einem neuen Menschen geformt (Eph. 2,15â16). Eines der Werke Christi am Kreuz sei es gewesen, die Verordnungen abzuschaffen, die die Juden von den Heiden getrennt hĂ€tten, womit er den Weg fĂŒr die echte Vermengung aller GlĂ€ubigen im einen neuen Menschen gebahnt habe.cite-ref-63[63]
Die Gemeinde als die FĂŒlle Christi entstehe daraus, dass alle GlĂ€ubigen die unerforschlichen ReichtĂŒmer Christi genössen (Eph. 3,8). Die ReichtĂŒmer Christi, die die GlĂ€ubigen genössen, wĂŒrden zur FĂŒlle Christi, die sein Ausdruck sei. Die Gemeinde sei auch die Zunahme Christi als die Braut Christi (Joh. 3,29). Sie sei das GegenĂŒber Christi als Organismus des dreieinen Gottes. Der universale Weinstock mit seinen Reben (Joh. 15,1â8) sei ein Bild auf den Leib Christi, der die Wirklichkeit dieses Organismus des dreieinen Gottes sei. Die Gemeinde in ihrer höchsten Definition sei das Ergebnis der Austeilung der durch einen Prozess gegangenen Dreieinigkeit und die Ăbermittlung des ĂŒbersteigenden Christus (Eph. 1,22).cite-ref-64[64]cite-ref-65[65]cite-ref-66[66]cite-ref-67[67]
Die Gemeinde, die das Ergebnis der universalen Austeilung Christi sei, komme an jedem Ort oder in jeder Stadt als örtliche Gemeinde zum Ausdruck. Diese örtlichen Gemeinden seien die Leuchter, die auf dem Grund des Ortes stĂŒnden, um den einen einzigartigen Christus zum Ausdruck zu bringen. Die örtlichen Gemeinden seien der Prozess, die Prozedur, wĂ€hrend der eine Leib Christi das einzigartige Ziel sei.cite-ref-68[68]cite-ref-69[69] Der Herr wolle die Gemeinde aufbauen. Die Unterscheidung zwischen der universalen Gemeinde, die sich aus allen GlĂ€ubigen ĂŒberall und durch die ganze Geschichte hinweg zusammensetzt, und der örtlichen Gemeinde, die sich aus allen GlĂ€ubigen an einem Ort zusammensetzt, ist ein wesentliches Kennzeichen der Lehren Lees in Bezug auf die Gemeinde. Er erklĂ€rt:
âIn MatthĂ€us 16,18 sagte der Herr: âAuf diesen Felsen will Ich Meine Gemeinde bauen.â Das Wort des Herrn bezieht sich hier auf den Bau der universalen Gemeinde. Der Herr möchte die Gemeinde im Universum auf Sich Selbst als den Felsen bauen, aber Sein Bau wird durch die örtlichen Gemeinden ausgefĂŒhrt. Wenn der Herr die örtlichen Gemeinden nicht gebaut hĂ€tte, hĂ€tte Er keinen Ort gehabt, um Seinen Bau der universalen Gemeinde zu beginnen. Wir sollten beachten: Wenn die örtlichen Gemeinden nicht aufgebaut werden, wie kann es dann den Aufbau der universalen Gemeinde geben? Wenn die örtlichen Gemeinden weggelassen werden, wird es keine universale Gemeinde geben. Daher sind die örtlichen Gemeinden die Wirklichkeit und die Anwendbarkeit der universalen Gemeinde. Der Herr baut die universale Gemeinde, indem Er die örtlichen Gemeinden baut.â
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Witness Lee
Praxis des Gemeindelebens
Lees Lehre ĂŒber die Praxis des Gemeindelebens betont, den biblischen Vorbildern im Neuen Testament zu folgen, anstatt an einer Tradition festzuhalten. Dies ist vorherrschend in Lees Lehre ĂŒber das âGemeindelebenâ:
âDer biblische Weg, wie man sich versammeln oder dienen soll, ist ein Kontrast zum traditionellen Weg. In Kapitel 4 sahen wir, dass der traditionelle Weg, sich zu versammeln und zu dienen, natĂŒrlich ist, dem natĂŒrlichen und gefallenen Zustand des Menschen entspricht und vom Menschen nicht verlangt, lebendig und im Geist zu sein, sondern erlaubt religiös zu sein und die Art und Weise der Religion akzeptiert. Im Kontrast dazu ist der biblische Weg, sich zu versammeln und zu dienen, geistlich, entspricht dem Geschmack des lebendigen und geistlichen Menschen und verlangt vom Menschen, lebendig und im Geist zu sein.â
â
Witness Lee
Lee betonte auch biblische Handhabungen wie das Brechen des Brotes und die Taufe durch Untertauchen. Das Ziel solcher Handhabungen sei es, die Gemeindeglieder zum biblischen Weg des Gemeindelebens zurĂŒckzubringen und allen GlĂ€ubigen zu helfen, als lebendige Glieder des Leibes Christi recht zu funktionieren. Jeder GlĂ€ubige in den Versammlungen solle reden bzw. weissagen, einer nach dem anderen (1. Kor. 14,26.31). Weissagen, wie es im Neuen Testament vor allem in 1. Kor. 14 erwĂ€hnt werde, bedeute ânicht nur voraussagen. Weissagen bedeutet in erster Linie etwas fĂŒr Gott zu sagen und Gott zu anderen zu sprechen bzw. anderen Christus auszuteilen.âcite-ref-72[72]
Lee lehrte auch, dass es vier wichtige Handhabungen fĂŒr den Aufbau des Leibes Christi gebe â Zeugen, NĂ€hren, ZurĂŒsten und Aufbauen. Zuerst sollten die örtlichen Gemeindeglieder SĂŒnder zu Christus fĂŒhren, damit sie von Gott gezeugt werden könnten (1. Kor. 4,15). Dann brauchten diese neuen GlĂ€ubigen âNahrungâ und sollten geistlich auf eine persönliche Art und Weise mit der göttlichen Versorgung der Schrift genĂ€hrt werden (1. Thess. 2,7; Joh. 21,15). WĂ€hrend die neuen GlĂ€ubigen geistlich wĂŒchsen, sollten sie auch in der Wahrheit und in ihrer Funktion im Leib zugerĂŒstet werden. SchlieĂlich sollte jeder GlĂ€ubige in dasselbe Werk des Aufbaus des Leibes Christi entsprechend dem Vorbild in Eph. 4,12.16 hineingebracht werden. Dieses organische Aufbauwerk werde ausgefĂŒhrt, indem alle Glieder zugerĂŒstet wĂŒrden, um fĂŒr den Aufbau des Leibes Christi zu weissagen.cite-ref-73[73]cite-ref-74[74]
Das Fundament fĂŒr die Einheit der GlĂ€ubigen in der Gemeinde
In der Lehre, dass die Gemeinde als Leib Christi zwei Aspekte habe, den universalen und den örtlichen Aspekt, folgte Lee Watchman Nee. Nach Lee wurde der universale Aspekt der Gemeinde von Jesus in MatthÀus 16, von den Aposteln in der Apostelgeschichte und in den Briefen (1. Kor. 12,3) aufgezeigt. Der örtliche Aspekt wurde von Jesus in MatthÀus 18 und von den Aposteln in der Apostelgeschichte (8,1; 13,1; 14,23), in den Briefen (Röm. 16,1; 1. Kor. 1,2; Gal. 1,2) und in der Offenbarung (1,14) aufgezeigt.cite-ref-75[75]
Lee folgte Watchman Nee auch in der Lehre, dass der rechte Ausdruck des universalen Leibes Christi an einem bestimmten Ort oder in einer Stadt mit den GlĂ€ubigen beginne, die sich als die Gemeinde an diesem Ort versammelten (z. B. adressierten die Apostel ihre Briefe an âdie Gemeinde in Ephesusâ, âdie Gemeinde in Korinthâ, âdie Gemeinde in Thessalonichâ usw.)cite-ref-chruchhistory84-11-1[11]cite-ref-76[76], wobei es in jeder Stadt nur eine Ăltestenschaft (mit vielen Ăltesten) gegeben habe (Tit. 1,5; Apg. 14,32). Alle GlĂ€ubigen seien in Christus als Glieder der Gemeinde anzunehmen, ungeachtet unterschiedlicher Rasse, Kultur, sozialem Stand oder Lehrauffassungen, solange sie am gemeinsamen Glauben festhielten. Daher bestehe der âGrundâ, auf dem sich die GlĂ€ubigen versammelten, nicht aus einer besonderen Lehre, Rasse, Tradition etc., sondern nur aus der Stadt, in der sie wohnten. Nee nannte dies, sich âauf dem Grund der Einheitâ zu versammeln. Lee lehrte dies auch, nachdem er von Nee 1949 ausgesandt worden war, den Dienst auĂerhalb Chinas fortzusetzen.cite-ref-www-77-0[77]
GlĂ€ubige, die sich auf diese Art und Weise versammelten, dĂŒrften sagen: âWir sind die Gemeindeâ, wobei âwirâ alle GlĂ€ubigen beinhalte und nicht exklusiv zu verstehen sei.cite-ref-78[78]
âDie Gemeinde wird auf dieser Erde an Orten zum Ausdruck gebracht und dieser Ausdruck muss einheitlich sein. Macht es nicht kompliziert und lasst euch von der Verwirrung im Christentum nicht beeinflussen, sondern bleibt einfach. Es ist eine Schande, andere zu fragen, zu welcher Gemeinde sie gehören. Es reicht zu wissen, dass jemand ein Bruder ist. Ich gehöre zur Gemeinde und du gehörst zur Gemeinde. Wir alle gehören zur Gemeinde.â
â
Basic Principles for the Practice of the Church Life
Nach Lee âsollte jede örtliche Gemeinde alle echten GlĂ€ubigen in Christus annehmenâ, aber sie sollte keinen Namen haben wie z. B. Baptisten, Methodisten oder Katholiken, weil sich ein GlĂ€ubiger dadurch von anderen GlĂ€ubigen in dieser Stadt abspalte, die nicht diese besondere Bezeichnung trĂŒgen. Einen Namen anzunehmen sei spalterisch und ein Gegensatz zu der Einheit, die alle GlĂ€ubigen in Christus geerbt hĂ€tten.cite-ref-80[80]
âWenn ein GlĂ€ubiger es vorzieht, den Sabbat zu halten, wohingegen wir den Tag des Herrn vorziehen, oder wenn er nur GemĂŒse isst und wir allerlei essen, sollen wir ihn trotzdem annehmen. Wir sollten ihn annehmen, weil Gott ihn angenommen hat (Röm. 14,3) und weil Christus ihn angenommen hat (Röm. 15,7). Wir sollten jeden GlĂ€ubigen in Christus annehmen, was Christus entspricht (Röm. 15,5).â âWenn eine Gemeinde nicht alle echten GlĂ€ubigen annimmt, ist sie spalterisch und wird zu einer Sekte.â âDaher sollten wir, obwohl wir die Taufe durch Untertauchen, Presbyterium (gr. Rat der Ăltesten) und Kopfbedeckung praktizieren, solche Praktiken nicht zu etwas Besonderem machen, sodass sie uns von anderen abspalten. Zudem sollten wir sie nicht wie eine Verordnung handhaben und wir sollten uns nicht mit einem Namen wie Lutheraner, Baptist oder Presbyterianer bezeichnen, was einer besonderen Lehre oder Praxis entspricht.â
â
A Brief Presentation of the Lordâs Recovery
Das Neue Jerusalem
Lee lehrte, dass das Neue Jerusalem âdie Komplettierung der vollendeten göttlichen Offenbarung der ganzen Schrift ist â die Gesamtsumme der ErfĂŒllung aller Prophezeiungen, Bilder, Zeichen und Vorschatten.âcite-ref-82[82] Das Neue Jerusalem sei keine physische Stadt, sondern vielmehr ein Zeichen (Offb. 1,1), ein Symbol mit geistlicher Bedeutung.cite-ref-83[83] Lee sagte, dass ihm vor allem die Schriften von Gerhard Tersteegen und Theodore Austin-Sparks weitergeholfen hĂ€tten, um die wahre geistliche Bedeutung des Neuen Jerusalem zu sehen.cite-ref-84[84]
In Lees Lehre ist das Neue Jerusalem âdie volle Vermengung des Dreieinen Gottes mit Seinem erlösten, wiedergeborenen und umgewandelten Volk.âcite-ref-85[85]cite-ref-86[86] Lee bezieht sich auf das Speiseopfer in 3. Mose 2,4 als Bild auf diese Vermengung, wobei das feine Mehl den Menschen und das Ăl Gott versinnbildliche, aber doch beide unterschiedlich blieben.cite-ref-witness-lee-1986-25-1[25] Das Neue Jerusalem, das eine Vermengung der Göttlichkeit (des dreieinen Gottes) mit der Menschlichkeit (alle GlĂ€ubigen) sei, sei die Frau des Lammes (Offb. 21,9) und die StiftshĂŒtte Gottes (Offb. 21,3). Lees Studien ĂŒber das Neue Jerusalem beinhalten eine Analysecite-ref-87[87] und eine praktische Anwendung aller Details, die in Offb. 2 und 3 aufgefĂŒhrt sind.cite-ref-88[88] Nach Lee ist das Neue Jerusalem das letzte und gröĂte Zeichen in der Bibel und das Ziel und Ergebnis aller Werke Gottes.cite-ref-89[89]cite-ref-90[90]cite-ref-91[91]
âDas Neue Jerusalem ist ein Zeichen fĂŒr die Gesamtsumme des Werkes Gottes, das die neue Schöpfung beinhaltet, an der Er in allen Zeitaltern der alten Schöpfung wirkt.â
â
Witness Lee
âIn Hebr. 11,10 steht, dass Gott der Architekt und Erschaffer der heiligen Stadt, des Neuen Jerusalem, ist (Hebr. 12,22a; Offb. 21,2). Das Bauwerk Gottes begann mit der ZurĂŒstung der alttestamentlichen Heiligen, der Patriarchen im vergangenen Zeitalter. Es setzt sich intensiver fort durch das Hervorbringen der reifen GlĂ€ubigen im neuen Zeitalter. Eigentlich ist die ganze Bibel ein voller Bericht des Werkes Gottes, das darin besteht, das Neue Jerusalem als Seine vollstĂ€ndige Offenbarmachung aufzubauen, damit Er fĂŒr ewig voll zum Ausdruck kommt ...â
â
Witness Lee
Witness Lees Sicht des Christentums
GegenĂŒber dem traditionellen Christentum als System war Witness Lee abweisend eingestellt, und er betonte, dass alle GlĂ€ubigen aufgrund des gemeinsamen Glaubens angenommen werden sollten (Tit. 1,4; Jud. 3). Die folgenden Zitate veranschaulichen dies:
âDas niedergegangene religiöse System [des Christentums] schlĂ€gt den natĂŒrlichen, menschlichen, traditionellen, kulturellen und religiösen Weg ein. Menschlich gesprochen ist Religion etwas Gutes, aber geistlich gesprochen ist es gegen Gottes Ăkonomie. Gott will keine Religion, sondern Er will sehen, wie Seine Ăkonomie ausgefĂŒhrt wird. Wir sind nicht hier fĂŒr die Religion, sondern fĂŒr Gottes Ăkonomie, was beinhaltet, dass Sein vervollstĂ€ndigter Christus verkĂŒndet wird, damit die Gemeinde als der Leib von diesem Christus hervorgebracht wird.â
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Witness Lee
âDie Gemeinde beinhaltet alle, die den gemeinsamen Glauben haben, der uns errettet. Von diesem einen Glauben spricht Eph. 4,5 und daran halten sich alle fest, die gerettet sind (2. Petr. 1,1). Dieser Glaube bewirkt, dass die GlĂ€ubigen eins sind, und er spaltet sie nicht. Eine Verordnung oder eine Systematisierung von Lehren geht ĂŒber den gemeinsamen Glauben hinaus und spaltet die GlĂ€ubigen.â
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Witness Lee
In seiner Lehre ĂŒber das Christentum zeigte Witness Lee vor allem âunbiblischeâ Methoden auf, z. B. die Verwendung eines Denominationsnamens und das Klerus-Laien-System. Es sei nötig, dass alle Christen eine Einheit bildeten.cite-ref-96[96]
Werke
Hauptveröffentlichungen
Witness Lees VortrĂ€ge sind von Living Stream Ministry in ĂŒber 400 BĂŒchern in ĂŒber 14 Sprachen veröffentlicht worden.cite-ref-www-77-1[77] Als wichtigste Veröffentlichung gelten die Lebensstudien der Bibel, eine Kommentarreihe mit ĂŒber 25.000 Seiten, âdie aus der Sicht des Genusses der GlĂ€ubigen und der Erfahrung des göttlichen Lebens in Christus durch den Heiligen Geist geschrieben wurdeâ. Ein anderes groĂes Werk, Kristallisationsstudium der Bibel, das Höhepunkte oder âKristalleâ in jedem Buch der Bibel aufzeigen sollte, konnte Lee nicht mehr vollenden.
Lee gab eine neue Ăbersetzung des Neuen Testaments ins Chinesische heraus, die er âWiedererlangungsversionâ nannte. Er leitete auch die Ăbersetzung der englischen Ausgabe.
Lee schrieb, sammelte und ĂŒbersetzte christliche Lobpreislieder. Von 1963 bis 1964 verfasste er ungefĂ€hr 200 neue Lieder, die er zusammen mit Texten anderer Autoren in einem 1348 Lieder umfassenden Gesangbuch herausgab.cite-ref-97[97]
Radiosendungen
Weblinks
âą Leben und Werk Witness Lees
⹠Veröffentlichte Werke von Watchman Nee und Witness Lee
⹠Veröffentlichungen und Biografien von Watchman Nee und Witness Lee
âą Lebensstrom Verlag, Berlin
âą Recovery Version der Bibel online
âą Recovery Version der Bibel online
âą James Barber: An Oral History of Witness Lee in America (mp3, 89 min; 10,7 MB)
âą Kerry S. Robichaux: My last conversation with Brother Witness Lee
âą Christian Research Institute Journal ĂŒber Witness Lee und die Local churches
âą An Open Letter Concerning the Teachings of Witness Lee
Einzelnachweise
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